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Weibliche Ejakulation und Squirten: Hard Facts

Zwei Vorgänge, zwei Flüssigkeiten, eine lange Geschichte und fünf Studien, die im Buch mit QR-Code zur Originalarbeit stehen. Softskills gibt es auf den anderen Seiten. Hier die Fakten.

Von Liam Moreau · Aktualisiert September 2026 · 10 Min. Lesezeit

8 Kapitel · erstes geöffnet
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Zwei Vorgänge, zwei Flüssigkeiten

Weibliche Ejakulation und Squirten werden ständig gleichgesetzt. Das Buch trennt sie sauber. Das Ejakulat ist eine milchige Flüssigkeit aus den …

Weibliche Ejakulation und Squirten werden ständig gleichgesetzt. Das Buch trennt sie sauber. Das Ejakulat ist eine milchige Flüssigkeit aus den Skene-Drüsen, gleich hinter dem Scheideneingang. Vergleichbar mit dem Ejakulat des Mannes aus der Prostata: Wird der Bereich neben dem G-Punkt massiert, kann das erregen und Ejakulat freisetzen, und bei der Kontraktion des Orgasmus wird die Drüse regelrecht „gemolken“. Von wenigen Tropfen bis zu einem Shotglas.

Beim Squirten dagegen schießt klare Flüssigkeit aus der Blase stoßweise durch die Harnröhre, bis zu etwa 0,2 Liter. Beides kann einzeln kommen, zusammen, oder mit einem Orgasmus. Meistens überlappen sich Orgasmus und Ejakulation. Beim Mann fällt die Ejakulation fast immer mit dem Orgasmus zusammen; hält er ihn im letzten Moment zurück, kann Ejakulat austreten, ohne dass er das Orgasmus-Gefühl empfindet.

Seite 48 aus dem Buch FingerspritzengefühlSeite 49 aus dem Buch Fingerspritzengefühl
Vorschau auf Seite 48 und 49. Lesbar im Buch.
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Die Skene-Drüse, die weibliche Prostata

Die Skene-Drüse, auch Paraurethral-Drüse, liegt nahe der vorderen Vaginalwand und umgibt die Harnröhre. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der …

Die Skene-Drüse, auch Paraurethral-Drüse, liegt nahe der vorderen Vaginalwand und umgibt die Harnröhre. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der weiblichen Sexualität und ist maßgeblich an der Ejakulation beteiligt. Ihr Sekret ähnelt dem männlichen Prostatasekret und enthält unter anderem Proteine, Enzyme und Antigene mit antimikrobieller Wirkung.

Eine lange Geschichte

Hast du das gewusst? Bereits die indische Liebeslehre Ananga Ranga aus dem Jahr 1172 beschreibt das Ejakulieren, und indische Tempelanlagen zeigen zahlreiche Statuen ejakulierender Frauen. Herophilos von Chalkedon, ein griechischer Arzt und Anatom, befasste sich schon 300 v. Chr. mit der männlichen und weiblichen Prostata, nachzulesen bei Dr. Florian Wimpissinger, „Die weibliche Prostata, Faktum oder Mythos?“. Benannt ist die Drüse nach Alexander Skene, einem schottischen Gynäkologen des 19. Jahrhunderts.

Die anderen Beteiligten

  • Bartholin-Drüsen: zwei erbsengroße Drüsen an der Vorderseite der Vaginalöffnung, benannt nach dem dänischen Anatom Caspar Bartholin. Sie produzieren bei Erregung ein visköses Sekret, das die Vagina befeuchtet.
  • Harnröhre: drei bis vier Zentimeter lang, von der Blase zur Öffnung vor der Vaginalöffnung. Die Kürze macht Frauen anfälliger für Harnwegsinfektionen. Die Öffnung kann bei Erregung leicht anschwellen.
  • G-Punkt und G-Zone: schwammartiges Gewebe von der Größe einer 50-Cent-Münze an der vorderen Vaginalwand, entdeckt von Ernst Gräfenberg. Die G-Zone darum herum spielt zusammen mit den Skene-Drüsen eine wichtige Rolle beim Lustempfinden und gibt ihre Reize an die Klitorisschenkel weiter.
  • PC-Muskel: zwischen Anus und Vagina, direkt mit der Klitoris verbunden. Er hält den Harndrang zurück und ist der Auslöser des Squirtens.
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Studie: Woher die Flüssigkeit kommt

Die im August 2024 im International Journal of Urology veröffentlichte japanische Studie „Enhanced visualisation of female squirting“ beantwortet die …

Die im August 2024 im International Journal of Urology veröffentlichte japanische Studie „Enhanced visualisation of female squirting“ beantwortet die Fragen, die vielen unter den Fingernägeln brennen: Wie funktioniert Squirten? Woher stammt die Flüssigkeit? Es existieren unzählige irreführende Veröffentlichungen, besonders wenn Squirten als Bezeichnung für das Ejakulieren verwendet wird. Zwei komplett unterschiedliche Vorgänge.

Die Herangehensweise war sehr einfach: Den Frauen, die sich für die Teilnahme bereiterklärten, wurde Wasser mit blauer, harmloser Flüssigkeit mittels Katheter in die Blase eingeführt. Stimuliert wurde bei einem Teil nur äußerlich, beim anderen Teil mit Penetration. Und das Ergebnis war eindeutig: In allen Fällen war die Flüssigkeit blau. Der Nachweis, dass es sich beim Squirten um Blasenflüssigkeit handelt. Ebenso wurde nachgewiesen, dass sich Ejakulat aus der Skene-Drüse in der Blasenflüssigkeit befand.

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Studie: Berührung und Gesundheit

Die im März 2021 in den Journals of Gerontology, Series B, veröffentlichte Studie „Lost Touch? Implications of Physical Touch for Physical Health“ …

Die im März 2021 in den Journals of Gerontology, Series B, veröffentlichte Studie „Lost Touch? Implications of Physical Touch for Physical Health“ von Patricia A. Thomas und Seoyoun Kim zeigt die lebensnotwendige Rolle körperlicher Berührung, vor dem Hintergrund der sozialen Distanz in der Pandemie. Die Ergebnisse sind verblüffend: niedrigerer Blutdruck, höherer Oxytocinspiegel, besserer Schlaf. Und häufigere Berührung hängt signifikant mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit späterer erhöhter Entzündungswerte zusammen. Berührung ist nicht nur etwas Angenehmes. Sie wirkt auf unseren Organismus.

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Studie: Orgasmus, Sex und Gesundheit

Das Institut für Psychologie der Universität Bern veröffentlichte im August 2019 die Studie „Sexualität, Beziehung, Gesundheit“ mit 1100 Personen …

Das Institut für Psychologie der Universität Bern veröffentlichte im August 2019 die Studie „Sexualität, Beziehung, Gesundheit“ mit 1100 Personen zwischen 18 und 77 Jahren. Das Ergebnis in einem Satz aus der Studie: Personen, die mit ihrer Sexualität und in ihrer Partnerschaft zufrieden sind, berichten weniger Stresserleben, weniger depressive Symptome und weniger Angstsymptome sowie eine höhere Lebenszufriedenheit.

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Studie: Die Kraft der Finger

Warum Mittel- und Ringfinger? Die im Oktober 2019 an der Uni Rostock veröffentlichte Dissertation „Messung der Handkraft beim Kraftgriff zur …

Warum Mittel- und Ringfinger? Die im Oktober 2019 an der Uni Rostock veröffentlichte Dissertation „Messung der Handkraft beim Kraftgriff zur Evaluation eines dynamischen Druckverteilungsmesssystems“ von Julia Neumann hat Ausdauer und Kraft der einzelnen Finger genau untersucht. Das Ergebnis: Der Mittelfinger ist im Verhältnis zu Zeige-, Ring- und kleinem Finger der stärkste. Weil Mittel- und Ringfinger über eine eigene Sehne mit demselben Handwurzelknochen verbunden sind, bauen sie gemeinsam eine größere und ausdauernde Spannung auf. Deshalb funktioniert die Komm-her-Geste mit genau diesen beiden Fingern am besten.

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Studie: Erogene Zonen der Frau

Die 2016 an der Universität Benha in Ägypten veröffentlichte Studie „Female hot spots: extragenital erogenous zones“ wurde mit 150 Frauen in …

Die 2016 an der Universität Benha in Ägypten veröffentlichte Studie „Female hot spots: extragenital erogenous zones“ wurde mit 150 Frauen in Partnerschaft und regelmäßiger sexueller Aktivität durchgeführt. Frauen haben im Vergleich zu Männern eine viel größere Vielfalt an erogenen Zonen außerhalb der Genitalien. Die stärksten, in absteigender Reihenfolge: Brüste, Lippen, Hals, Ohren und Gesäß. Für die Lippen war die orale Stimulation die beste Methode, für Brüste und Brustwarzen die manuelle und die orale. Zwölf Prozent der Frauen gaben an, allein durch die Stimulation dieser Zonen zum Orgasmus kommen zu können.

Lerngrafik aus dem Buch Fingerspritzengefühl
Im Buch führt zu jeder Studie ein QR-Code direkt zur Originalarbeit.
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Was im Buch dazu steht

Das Studienkapitel ist der „Proof of Concept“ für alle, die an wissenschaftlich durchgeführten Versuchen interessiert sind. Es ergänzt den …

Das Studienkapitel ist der „Proof of Concept“ für alle, die an wissenschaftlich durchgeführten Versuchen interessiert sind. Es ergänzt den lustmachenden Teil mit Fakten. Subjektiv und objektiv, Yin und Yang, Softskills und Hard Facts. Zu jeder Studie führt ein QR-Code zur Website oder zum PDF der Arbeit.

Im Buch: Orgasmus, Squirten, Ejakulation ab Seite 48, Anatomie ab Seite 54, Studien ab Seite 67. Leseprobe öffnen oder zum Buch.

Das Buch dazu

Fingerspritzengefühl erklärt jeden Griff mit Zeichnung und Video. 199 Seiten, zweite Auflage.

Häufige Fragen

Jede Frau hat Skene-Drüsen. Wird der Bereich neben dem G-Punkt entsprechend massiert, kann das erregen und Ejakulat freisetzen, von wenigen Tropfen bis zu einem Shotglas.

Nein. Der Orgasmus ist die rhythmische Kontraktion der Muskeln, mit der sich die Spannung entlädt. Die Ejakulation ist die Abgabe des Sekrets der Skene-Drüsen. Meist überlappen sie sich, müssen aber nicht.

Ejakulat ist milchig und kommt aus den Skene-Drüsen, in kleiner Menge. Squirt ist klar, kommt aus der Blase und kann bis zu 0,2 Liter ausmachen. Zwei komplett unterschiedliche Vorgänge.

Nein. Wird die Blase unmittelbar vorher entleert, hat die Flüssigkeit keine Zeit, sich als Urin zu bilden. Die Studie von 2024 zeigte mit blau gefärbter Flüssigkeit in der Blase, woher sie stammt, und fand darin auch Ejakulat der Skene-Drüse.

Laut der Rostocker Dissertation ist der Mittelfinger der stärkste Finger, und mit dem Ringfinger teilt er sich eine Sehne. Gemeinsam halten sie die Spannung am längsten.